Pressemitteilung

13. Februar 2015

PM 027/2015 Landesregierung muss mehr für den Europäischen Freiwilligendienst werben

Stellvertretende Vorsitzende CDU-Landtagsfraktion Friedlinde Gurr-Hirsch MdL:

„Der Europäische Freiwilligendienst (EFD) bietet jungen Menschen vielfältige Angebote, soziale und gesellschaftliche Kompetenzen zu erwerben und sich persönlich weiterzuentwickeln. Damit soll europäisches Bewusstsein sowohl bei den Freiwilligen wie auch im Projektumfeld gefördert werden. Die Landesregierung ist in diesem Bereich noch viel zu wenig engagiert“, sagte die stellvertretende Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Friedlinde Gurr-Hirsch MdL, am Freitag (13. Februar) anlässlich der Beantwortung ihrer parlamentarischen Anfrage zum EFD Drs. 15/6310.

EFD-Projekte fänden zu einer Vielzahl von Themen statt. Dazu zähle insbesondere der Kultur-, Agrar-, Umwelt- oder Bildungsbereich, wobei sowohl individuelle wie auch Gruppendienste möglich seien. In den Jahren 2007 bis 2013 waren es dennoch lediglich 140 Freiwillige aus Baden-Württemberg, die eine EFD-Zeit absolvierten. Die Anzahl der ausländischen EFD-Freiwilligen bei Organisationen in Baden-Württemberg lag im gleichen Zeitraum bei 573 Personen. „Diese Zahlen sind jeweils ausbaufähig, weshalb die Landesregierung stärker für den EFD werben muss“, forderte Gur-Hirsch. Diesem müsse eine bedeutsame Rolle zukommen, zumal Studien belegen, dass der EFD sowohl zum Erwerb grundlegender Schlüsselkompetenzen wie Wissen und Fähigkeiten als auch zum interkulturellen Verständnis, zur Toleranz und zu kritischem Denken beitrage. „Diese Kompetenzen sind ein Gewinn für den Arbeitsmarkt, den sozialen Zusammenhalt und den aktiven Bürgersinn. Sie bringen Flexibilität, Anpassungsfähigkeit, Zufriedenheit und Motivation“, hob Gurr-Hirsch hervor.

Grundsätzlich ermögliche der von der Europäischen Kommission geförderte EFD jungen Menschen sich durch unentgeltliche freiwillige Vollzeittätigkeit über einen Zeitraum von bis zu 12 Monaten in einem Land innerhalb oder außerhalb der Europäischen Union zu engagieren. Der EFD stehe dabei allen jungen Menschen zwischen 17 und 30 Jahren offen, unabhängig von ihrer sozialen Herkunft oder schulischen Bildung. Eine prioritäre Zielgruppe seien junge Menschen mit erhöhtem Förderbedarf. „Für diese jungen Menschen können zusätzliche Mittel für deren besondere Unterstützung erhalten werden“, so Gurr-Hirsch, die auch Mitglied im Europaausschuss des Landtages ist.

Die Drs. 15/6310 ist als Anlage beigefügt.