Meldungen

24. Februar 2016

Baden-Württemberg muss die digitalen Chancen für Handwerk und Mittelstand anpacken

Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion Guido Wolf MdL:

"Grundlage allen digitalen Handelns ist die Anbindung an das schnelle Internet. Hier tut Grün-Rot in Baden-Württemberg zu wenig. Gerade unsere ländlichen Räume sind noch stark unterversorgt. Wir werden deshalb nach der Landtagswahl 500 Mio. Euro in die Breitbanderschließung investieren und bis Ende 2017 jeden Haushalt und jedes Unternehmen an die Datenautobahn anschließen. Darüber hinaus werden wir die von der CDU-Landesregierung eingeführten Innovationsgutscheine erweitern und auch für Digitalisierungsprojekte an Mittelstand und Handwerk ausgeben. Diese sollen die Digitalisierungsbestrebungen in den kleinen und mittleren Unternehmen befördern und die finanziellen Belastungen für die Betriebe bei erstmaligen Investitionen abfedern."

dpa-Meldung vom 24.02.2016:

Oettinger fordert mehr Digitalisierung im Handwerk
(Foto - aktuell) =

Tischler mit computergesteuerten Fräsmaschinen und Dachdecker mit
Drohnen - auch im Handwerk hält die Digitalisierung Einzug. Aber es
gibt Nachholbedarf.

München (dpa) - EU-Digitalkommissar Günther Oettinger hat das
deutsche Handwerk aufgefordert, die Chancen der Digitalisierung
stärker zu nutzen. Wer das Thema «nicht aktiv angeht, wird in fünf
oder zehn Jahren nicht mehr in der Wirtschafts- und Arbeitswelt
sein», mahnte Oettinger in einer Videobotschaft aus Brüssel zur
Eröffnung der Internationalen Handwerksmesse am Mittwoch in München.
Der deutsche Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer räumte ein: «Es
besteht noch Nachholbedarf.»

Aber die Handwerksmesse sei auch eine Leistungsschau in Sachen
Digitalisierung: «Wir werden den Betrieben zeigen, was jetzt schon
möglich ist in den einzelnen Branchen», sagte Wollseifer.

Der bayerische Handwerkspräsident Georg Schlagbauer sagte, vom
Einsatz von Drohnen im Dachdecker-Handwerk bis zu 3-D-Druckern und
CNC-Fräsmaschinen sei die Digitalisierung aus dem Handwerk nicht mehr
wegzudenken. Aber die Industrie dränge verstärkt in die Produktion
von Kleinserien - deshalb müsse das Handwerk die Chancen der
Digitalisierung noch stärker nutzen.

Der bayerische Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) sagte,
flächendeckend schnelles Internet zu schaffen, sei für ein großes
Flächenland wie Bayern schwierig. Der Freistaat wolle das bis 2018
schaffen und dafür 1,5 Milliarden Euro investieren - mehr als jedes
andere Bundesland.

Auf der Internationalen Handwerksmesse zeigen mehr als 1000
Aussteller aus 60 Gewerken bis zum 1. März ihr Angebot.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will am Freitag zum
Spitzengespräch der deutschen Wirtschaft auf die Messe kommen.

Das Handwerk erwartet auch 2016 ein gutes Jahr mit einem
Umsatzwachstum von zwei Prozent. Allerdings wird es wegen des
demografischen Wandels und wegen des Trends zur Akademisierung für
das Handwerk schwerer, genügend Fachkräfte und Auszubildende zu
finden. Wollseifer sagte, 200 000 Handwerksbetriebe suchten in den
nächsten zehn Jahren Nachfolger zur Betriebsübergabe.

Der Abwärtstrend bei den Ausbildungsverträgen sei zwar gestoppt. Aber
das Handwerk brauche ein «Berufsabitur», bei dem wie in Österreich
und der Schweiz Ausbildungsabschluss und Abitur in einem ermöglicht
werden. Seehofer sagte seine volle Unterstützung zu, sieht aber
Widerstand: Die zuständige «Kultusministerkonferenz ist eine
Konferenz der besonderen Art».

In den nächsten Jahren will das Handwerk 10 000 Flüchtlinge
«vorqualifizieren». Vielen fehlten Schulbildung und Sprachkenntnisse,
sagte Wollseifer. Aber wenn man Orientierung gebe und
Integrationsbereitschaft einfordere, sei er zuversichtlich, dass ein
hoher Prozentsatz in eine Ausbildung vermittelt werden könne.
Staatssekretärin Iris Gleicke, die Bundeswirtschaftsminister Sigmar
Gabriel (SPD) bei der Eröffnung der Messe vertrat, sagte, der
Bundestag wolle Flüchtlingen nach Abschluss einer Ausbildung ein
zweijähriges Bleiberecht zusichern.