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15. März 2017

Energiewende in die Städte holen

Vor-Ort-Aktion des Arbeitskreises Umwelt, Klima und Energiewirtschaft der CDU-Landtagsfraktion bei der Stadt Tübingen

Um die Energiewende erfolgreich umzusetzen, kommt es insbesondere auch darauf an, dass Bürgerinnen und Bürger das vorhandene Potenzial in ihrem persönlichen Umfeld nutzen. Solarstrom ist in den meisten Kommunen in Deutschland bisher Eigentümerinnen und Eigentümern vorbehalten.

Aus ökologischer Überzeugung aber auch, um die Akzeptanz der Bürgerinnen und Bürgern in den Städten für die Energiewende zu erhöhen, startete die Stadt Tübingen mit den Stadtwerken ein Projekt, mit dem sich ein neues Wohnviertel für rund 1.000 Bewohnerinnen und Bewohner selbst über Photovoltaik mit Strom versorgt. Das Neue daran ist, dass künftig über die Beteiligung von Versorgungsunternehmen wie den Stadtwerken auch Mieter in den Genuss von günstigem Ökostrom kommen. Die Stadtwerke Tübingen, die dabei mit einem Mischpreis kalkulieren, gehen von einem Strompreis unter der bisherigen Grundversorgung aus.

Mitglieder des Arbeitskreises Umwelt, Klima und Energiewirtschaft der CDU-Landtagsfraktion machten sich am Montag, dem 13. März 2017 gemeinsam mit ihrem Vorsitzenden Paul Nemeth und dem energiepolitischen Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Thomas Bareiß ein Bild von dem landesweit bisher einmaligen Projekt für ein gesamtes Wohn- und Geschäftsviertel in Tübingen.

Paul Nemeth MdL begrüßte das Vorgehen der Stadt Tübingen und betonte, dass die grün-schwarzen Koalitionspartner ebenfalls eine Förderung des Mietersolarstroms vereinbart hätten. Ihm sei es ein Anliegen, dass sich das Land auch jetzt noch offener Handlungsfelder annehme. Projekte wie das in Tübingen seien auch als Digitalisierungsprojekte zu sehen, hob Nemeth hervor. Daran habe auch das Handwerk und der Mittelstand seinen Anteil.

Auch der Bundestagsabgeordnete Thomas Bareiß zeigte sich vom Mietersolarstrom überzeugt. Er hatte insbesondere Informationen darüber im Gepäck, wie es mit der geplanten Förderung des Mietersolarstroms im Bund weiter geht. „Ein Designfehler des EEG wird durch die EEG-Novelle der Bundesregierung behoben“, ergänzte Paul Nemeth MdL.  Das Tübinger Projekt geht laut Thomas Bareiß MdB in die richtige Richtung. Die Menschen in den Städten hätte nie verstanden, warum sie erneuerbare Energien im ländlichen Raum über die EEG-Umlage mitfinanzieren sollten. „Die Energiegewinnung vor Ort in die Städte zu holen“, so der Bundestagsabgeordnete, sei daher sinnvoll.

Die praktische Umsetzung einer Idee wie der Tübinger, auch das konnten die CDU-Fraktionsmitglieder mitnehmen, hat es in sich. So machte Oberbürgermeister Boris Palmer klar, wie viel an Komplexität dahinter steckt, von der technischen Idee bis hin zu den Verhandlungen mit Grundstücks- und Wohnungseigentümern. Das Ganze ist zudem nicht ohne Risiko. Reiner Zinser, Abteilungsleiter Vertrieb und Energielösungen von den Stadtwerken Tübingen gab an, dass rund 80 Prozent der Mieter den Strom abnehmen müssten, damit es sich rechnet.