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13. Februar 2015

Gemeinschaftsschulen sind endgültig die neuen Haupt- und Werkrealschulen!

Übergangszahlen von der Grundschule auf die weiterführenden Schularten zeigen, dass unsere Kritik an der Bildungspolitik der Landesregierung absolut zutreffend ist. Unser Bildungskonzept bietet die richtigen Antworten auf die Herausforderungen in der Bildungslandschaft.

Das Statistische Landesamt hat am 9. Februar die aktuellen Übergangszahlen von der Grundschule auf die weiterführenden Schularten veröffentlicht. Dabei sind drei Veränderungen besonders bemerkenswert:

1. Übergangsquote auf das Gymnasium

Das Gymnasium hat noch immer einen guten Ruf, den es zu erhalten gilt. Daher ist es ein sehr positives Signal, dass zum ersten Mal seit rund 20 Jahren die Übergangsquote auf das Gymnasium leicht zurückgegangen ist. Nachdem mit dem unvorbereiteten Wegfall der Verbindlichkeit der Grundschulempfehlung durch Grün-Rot eine gravierende Fehlentwicklung eingetreten war, reagieren die Eltern nun sehr besonnen. In zunehmendem Maße verzichten Eltern, deren Kind keine Empfehlung für das Gymnasium erhalten hat, auf eine Anmeldung. So besteht im Vergleich zu den Vorjahren wieder eine deutlich homogenere Lerngruppe in den fünften Klassen: Im laufenden Schuljahr haben wieder rund 88 Prozent der Schülerinnen und Schüler eine Gymnasialempfehlung. Eltern drängen nicht mit aller Gewalt auf das Gymnasium. Es zeigt sich, dass die Grundschulen im Rahmen ihrer bisherigen Möglichkeiten eine vernünftige und verantwortungsvolle Beratung leisten. Das von uns vorgesehene Beratungskonzept ab Klasse 1 könnte dies noch weiter verbessern. So kann die hohe Qualität des Gymnasiums nachhaltig erhalten werden.

2. Schülerschaft der Gemeinschaftsschule

Die ideologische Vorstellung, dass die Schülerschaft der Gemeinschaftsschule zu je einem Drittel aus Hauptschülern, Realschülern und Gymnasiasten besteht, ist endgültig gescheitert. Gymnasiasten gehen auf das Gymnasium und nicht auf die Gemeinschaftsschule. Deren Anteil ist nun erneut gesunken und beträgt nur noch 9 Prozent; ebenso ist der Anteil der Realschüler weiter auf 26 Prozent gesunken. Somit besteht die Schülerschaft zu zwei Dritteln aus Haupt- und Werkrealschülern. Dies entspricht unserer Annahme, dass die Gemeinschaftsschule letztlich nur die entstandene Lücke der Haupt- und Werkrealschulen ausfüllt.

3. Realschule bleibt attraktive Schulart

Der Anteil der Schülerinnen und Schüler mit Gymnasialempfehlung, die sich für den Besuch der Realschule entscheiden, ist von 18 auf 21 Prozent gestiegen. Dies belegt die hohe Akzeptanz der Realschule und zugleich das Vertrauen auf die Durchlässigkeit hin zu den beruflichen Gymnasien. Rund 40 Prozent der Absolventen wählen im Anschluss den Weg über die beruflichen Gymnasien zum Abitur. Das bestätigt auch das Funktionieren des baden-württembergischen Weges eines G9!

Zwar ist der Anteil von Haupt- und Werkrealschülern an der Realschule auf 23 Prozent gesunken; trotzdem besitzt die Realschule noch immer eine heterogene Schülerschaft. Um diese Schülerinnen und Schüler gerade im Übergang nach Klasse 5 und 6 zu fördern, bedarf es umgehend zusätzlicher Ressourcen für die Realschulen. Nur so kann eine Förderung entlang der unterschiedlichen Stärken gelingen.

Insgesamt ist feststellbar, dass die Eltern bei der Ausübung ihres Wahlrechtes sich inzwischen mehr an die Grundschulempfehlung halten, als dies in den ersten Jahren nach der unvorbereiteten Freigabe der Fall war. Dies bestätigt uns in unserer Überlegung, dass durch ein systematisches Beratungsverfahren ab der ersten Klasse, die Eltern in die Lage versetzt werden können, eine verantwortliche Entscheidung im Interesse ihres Kindes zu treffen.