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7. Januar 2016

Grün-rote Bildungspolitik hat die Flüchtlinge bislang übersehen

Der bildungspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Georg Wacker MdL:

„Kultusminister Stoch hat viel zu viel Zeit ins Land gehen lassen, bevor er jetzt endlich erste Schritte zur besseren Förderung von Flüchtlingen im Kindes- und Jugendalter einleitet. Bereits vor einem halben Jahr hatten wir ihn aufgefordert, hier endlich aktiv zu werden – bislang ohne jeden Erfolg“, sagte der bildungspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Georg Wacker.

„Flüchtlinge im Kindes- und Jugendalter brauchen aber mehr als bloße Sprachförderung – es gilt insbesondere, auch unsere Werte sowie Alltagskompetenz zu vermitteln. Hier besteht für den Kultusminister noch immer dringender Handlungsbedarf. Gerade die Werkrealschulen haben bereits in der Vergangenheit wertvolle Erfahrungen mit der Integration von Migranten gemacht. Leider hat Grün-Rot diese Schulart in den letzten Jahren platt gemacht. Jetzt merkt man, dass die Pädagogik der Gemeinschaftsschule diese große Lücke nicht schließen kann“, so Wacker.

dpa-Meldung vom 07.01.2015:

Bildung/Flüchtlinge/
(Zusammenfassung 0530)
Bildung von Flüchtlingskindern soll besser erfasst werden
(Foto - Archiv) =

Die Unterbringung von Flüchtlingen ist nur eine Herausforderung für
das Land. Die Integration in die Schulen erfordert ebenfalls große
Anstrengungen. Dafür werden Pensionäre reaktiviert.

Stuttgart (dpa/lsw) - Das Land will von Mitte Januar an systematisch
die Bildung von Flüchtlingskindern erfassen. Nach einem Probelauf in
der Erstaufnahmeeinrichtung Meßstetten im Zollernalbkreis soll die
sogenannte Bildungsbiografische Ersterfassung auch im
Registrierungszentrum Heidelberg erfolgen, teilte das Ressort von
Kultusminister Andreas Stoch (SPD) mit. Erhoben werden die
schulischen Voraussetzungen, die die jungen Flüchtlinge mitbringen.
Ziel ist, ihnen ein passendes Angebot zu machen. Gefragt wird etwa,
wie lange die Kinder in ihrem Heimatland in der Schule waren, wie gut
sie lesen und schreiben können und welche Sprachen sie sprechen.

Um den Schulbesuch der jungen Schutzsuchenden sicherzustellen, hat
das Ministerium 30 000 pensionierte Lehrer angeschrieben. Mehr als
500 Pädagogen hätten sich bislang grundsätzlich bereiterklärt,
auszuhelfen, hieß es im Kultusministerium. Gebraucht werden 600
Lehrer. Für den Unterricht von Flüchtlingen wurden bereits zum Beginn
des aktuellen Schuljahrs 562 zusätzliche Lehrerstellen geschaffen. Im
Kultusministerium wird über weitere Schritte zur Lehrergewinnung
nachgedacht, etwa die gezielte Ansprache von angehenden Lehrern
zwischen dem 1. Staatsexamen und dem Beginn des
Vorbereitungsdienstes.

Künftig soll ein neues Fortbildungskonzept Lehrer für den Unterricht
von Flüchtlingen qualifizieren. Schwerpunkte sind neben
Sprachförderung und Alphabetisierung auch Interkulturelle Bildung,
Elternarbeit und der Umgang mit Traumata. Die ersten Fortbildungen
sind zum Schuljahr 2016/17 geplant. Um die Pädagogen für den Umgang
mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen zu wappnen, gibt es
bereits ein gezieltes Fortbildungs- und Supervisionsangebot. Im
Schuljahr 2014/15 nutzten dies 1200 Lehrer. Im Schuljahr 2015/2016
stehen 2050 Plätze bereit.

In Baden-Württemberg werden derzeit etwa 30 000 junge Flüchtlinge in
knapp 220 Vorbereitungsklassen unterrichtet. Die meisten besuchen
eine Werkrealschule.