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19. Mai 2017

„Nachhaltiges Wirtschaften als Markenzeichen Baden-Württembergs ausbauen!“

Paul Nemeth MdL, umweltpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, am 11.05.2017 im Landtag von Baden-Württemberg:

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"Wer den Klimawandel nicht anerkennt und wer nicht anerkennt, dass der Klimawandel vom Menschen gemacht ist, und deswegen das 2-Grad-Ziel der UN – ratifiziert in Paris von 195 Ländern – nicht akzeptiert, macht sich für diese Entwicklung in Baden-Württemberg und auf der ganzen Welt verantwortlich.

Wir haben ja sogar hier im Parlament eine Fraktion, die nicht an den Klimawandel glaubt. Natürlich kann man fragen: Was geht uns das an? Aber es ist gerade für ein exportorientiertes Land wie Baden-Württemberg unheimlich wichtig, dass wir Stabilität in der Welt haben. Denn wer soll die Produkte und Dienstleistungen von Trumpf in Ditzingen oder von Daimler in Sindelfingen kaufen, wenn wir keine Stabilität in der Welt haben? Deswegen ist dieses Thema für Baden-Württemberg nicht nur aus lokalen, sondern auch aus globalen Gründen eminent wichtig.

Wir sehen es ja in Baden-Württemberg: Die Sommer werden wärmer und trockener, und die Winter werden milder und feuchter. Wir erleben das. Natürlich ist Baden-Württemberg trotzdem noch quasi eine Insel der Seligen. Denn wir haben keinen Tsunami im Bodensee zu erwarten. Ja, ja. 20 % aller Menschen in der Welt leben an der Küste. Das sind über 1,4 Milliarden Menschen, die an der Küste leben. Wenn wir das 2-Grad-Ziel nicht erreichen, sind Amsterdam und große Teile von Holland unter Wasser.

Über 1,4 Milliarden Menschen betrifft dieses Thema direkt in ihrer Lebensgrundlage. Ein anderes ganz großes Thema: Viele Wissenschaftler sagen: „The next big thing“ ist die Wasserversorgung in der Welt. Z. B. in Israel, in Palästina, in fast ganz Afrika, in Südeuropa, in Indien – ich könnte viele andere Regionen und Länder nennen – ist die Was-serversorgung schon heute eine tägliche Frage. Wir haben mit dem Bodensee einen riesigen Wasserspeicher und ein riesiges Glück. Trotzdem ist dieses Thema von Relevanz für die Welt. Denn wir brauchen diese globale Stabilität als wichtigen Faktor.

Deswegen hat sich die Koalition von Grün-Schwarz bei den Koalitionsberatungen vor über einem Jahr dieses Thema als einen der wesentlichen Schwerpunkte vorgenommen. Wir glauben, dass unser Land bereits auf einem starken Fundament steht. Vor fast 30 Jahren hat Lothar Späth z. B. das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung in Stuttgart und in Ulm gegründet.

Wir haben das Institut für E-Mobilität, wir haben BIOPRO, wir haben das Institut für Umwelttechnik, und wir haben Universitäten und Fachhochschulen und weitere Institute, die zeigen, dass unser Land da ein unheimlich gutes Fundament hat. Das ist auch deswegen wichtig, weil Baden-Württemberg schon heute in zweistelliger Milliardenhöhe jährlich Produkte und Dienstleistungen aus der Umwelttechnik in die Welt exportiert. Das ist ein riesiger Exportschlager für unsere Wirtschaft, und die Tendenz und die Möglichkeiten sind da stark steigend."

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