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18. Mai 2017

Nachhaltiges Wirtschaften: Baden-Württemberg geht voran!

Die personifizierte Nachhaltigkeit – Klaus Töpfer zu Gast beim Dialogforum „Nachhaltiges Wirtschaften“ der CDU-Landtagsfraktion

Eine Landtagsfraktion, die nicht nur für eine erfolgreiche Wirtschaft einsteht, sondern genauso selbstverständlich für Nachhaltigkeit - entsprechend ihrem Leitziel zur Bewahrung der Schöpfung. Aus dieser Motivation heraus fand am 9. Mai 2017 in Stuttgart ein gelungener Dialogabend der CDU-Fraktion statt. Ehrengast des Forums „Nachhaltiges Wirtschaften: Baden-Württemberg geht voran“ war Bundesminister a. D. Professor Dr. Dr. h.c. mult. Klaus Töpfer.

„Klaus Töpfer ist eine Persönlichkeit, die den Nachhaltigkeitsgedanken mit seinem politischen Lebenswerk geradezu personifiziert“. So begrüßte der Gastgeber des Abends, der Fraktionsvorsitzende der CDU-Landtagsfraktion Prof. Dr. Wolfgang Reinhart MdL den Gastredner Klaus Töpfer.

Töpfer machte als Hauptredner des Abends seinem Ruf als international anerkannter und geschätzter Umweltpolitiker alle Ehre. Launig aber fundiert, gespickt mit unterhaltsamen Anekdoten sprach er über die wirtschaftliche Globalisierung in Zeiten von „America First“ und „Brexit“. Viele seiner philosophisch anklingenden Thesen und Überlegungen zur Nachhaltigkeit drehten sich um die Notwendigkeit der Veränderung. Seine Meinung zu ändern, sei kein „Umfallen“, selbst dann nicht, wenn Entscheidungen irgendwann einmal genau anders gefällt worden seien. Es sei die Anerkennung der Tatsache, dass Dinge sich verändern und zeuge von dem Willen, es besser zu machen. Seine Worte waren ein Plädoyer für „Offenheit, nicht Starrheit“.

Die Energiewende nannte Klaus Töpfer als Beispiel dafür, wie Forschung, Entwicklung und Marktwirtschaft erfolgreich ein Energiesystem gestaltet hätten, von dem noch vor einigen Jahren keiner geglaubt hätte, dass es funktionieren könne – sowohl ökologisch als auch aus ökonomischer Sicht. Eine klare Absage erteilte er staatlichen Subventionen. „Man muss Knappheit auch Knappheit sein lassen“, sagte Töpfer und betonte: „Solange wir subventionieren, investiert niemand in die Lösung der bestehenden Probleme“.

Auch Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut MdL betonte in ihrem Impulsvortrag, dass die große Bedeutung der Nachhaltigkeit für die Wirtschaft nicht heißen dürfe, von einem harten marktwirtschaftlichen Kompass abzuweichen. Insbesondere im Bereich der Verkehrspolitik sprach sich Hoffmeister-Kraut für marktwirtschaftliche Lösungen anstelle von Verboten und Subventionen aus.  In ihrer neuen Funktion als stellvertretende Vorsitzende des Nachhaltigkeitsbeirats des Landes werde sie sich mit Freude bei der Fortführung der Nachhaltigkeitsstrategie durch die Landesregierung einbringen. Hoffmeister-Kraut betonte zudem, dass die Sicherung der Lebensgrundlagen neben wirtschaftlichem Erfolg auch einen Beitrag  zum sozialen Frieden in einer Gesellschaft leisten würde. Moderne Wirtschaftspolitik sei deshalb, „ökonomisch, ökologisch und sozial“ und gehe über Energie- und Klimaschutzaspekte hinaus.

Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit nicht mehr als Alternativen zu sehen, sondern als erfolgsversprechende Verbindung - das war der Grundtenor der Veranstaltung, auf den CDU-Fraktionsvorsitzender Reinhart das Publikum bereits in seinem Grußwort eingeschworen hatte. Nachhaltigkeit habe sich zu einem harten Wirtschaftsfaktor entwickelt und viele Unternehmen hätten sich im Rahmen des Leitbilds ganz neue Geschäftsfelder und Wertschöpfungsketten erschlossen, betonte Reinhart. In der CDU habe die Nachhaltigkeitsidee eine dezidierte programmatische Tradition, immer auch verknüpft mit technologischer und ökonomischer Entwicklung, so der Fraktionsvorsitzende über seine Partei.

Dass die Vision des nachhaltigen Wirtschaftens von den Unternehmen des baden-württembergischen Mittelstands, den Reinhart als „Joker im Wirtschaftspoker“ bezeichnete, bereits gelebt wird, zeigte sich auch in der anschließenden Diskussion mit dem Initiator des Abends, dem energiepolitischen Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Paul Nemeth. Mit Nemeth und dem wirtschaftspolitischen Sprecher der CDU-Fraktion, Claus Paal MdL, beteiligten sich zwei Politiker an der Diskussion, die neben ihrer politischen Expertise viel Erfahrung aus der Praxis im Gepäck hatten. Paal bescheinigte den baden-württembergischen Unternehmen, dass das Nachhaltigkeitsleitbild dort bereits angekommen sei, schlicht weil es sich rechne. Die nachhaltigen Zukunftsmärkte lägen insbesondere im Zusammenhang mit Umwelttechnik, Elektromobilität und Ressourceneffizienz. Auch Landtags-Kollege Nemeth sah Baden-Württemberg fachlich gerüstet für eine wirtschaftliche Weiterentwicklung im Sinne der Nachhaltigkeit. Es gehöre zur baden-württembergischen DNA, erfolgreich aber nie zufrieden zu sein und immer besser werden zu wollen. Aus seiner Sicht müsse Baden-Württemberg besonders bei der Sektorenkopplung punkten, einem Bereich, der Effizienz und Innovation verspreche. „Baden-Württemberg kann sowas“, schloss Paul Nemeth mit einem motivierenden Appell an die Wirtschaft im Land.