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6. Februar 2012

Starke Arbeitsmarktzahlen auch im Januar!

Baden-Württemberg hat weiterhin die geringste Jugendarbeits­losigkeit unter den deutschen Ländern!

Zu Jahresbeginn hat die Arbeitslosigkeit im Südwesten saisonbedingt um 0,4 Prozentpunkte zugelegt. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag die Quote im Januar bei 4,1 Prozent (Dezember 2011: 3,7 Prozent). Damit steht Baden-Württemberg an der Spitze der deutschen Länder. Die Arbeitslosenzahl stieg im Vergleich zum Vormonat um 20 857 (plus 10,1 Prozent) auf 228 020 Personen. Doch gegenüber dem Vorjahresmonat ist die Arbeitslosigkeit in Baden-Württemberg nochmals kräftig zurückgegangen: Im Januar 2012 waren 33 029 Menschen weniger arbietslos (minus 12,7 Prozent). Vor einem Jahr lag die Quote bei 4,7 Prozent.

Die Zahl der gemeldeten Stellen hat im Januar im Vergleich zum Dezember um 2062 (minus 2,7 Prozent) abgenommen, gegenüber dem Vorjahresmionat sind es 13 572 Arbeitsplätze mehr (plus 22,7 Prozent). Derzeit sind 73.259 Stellen offen, etwa 94 Prozent sind ab sofort zu besetzen. Im Januar 2012 wurden 18 789 neue Stellen gemeldet. Von den im Januar 2012 wieder angemeldeten 20 705 Stellen mündeten 19 044 in eine sozialversicherubngspflichtige Beschäftigung.

Ende November 2011 gab es im Land hochgerechnet 4 063 600 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte. Das sind 106 031 (plus 2,7 Prozent) mehr als inm Vorjahr. In vielen Branchen in Baden-Württemberg wird weiter Beschäftigung aufgebaut, so zum Beispiel im Verabreitenden Gewerbe, im Automobilbereich, bei Verkehr und Logistik, im Baugewerbe, im Gesundheits- und Sozialwesen, im Bereich Erziehung und Unterricht und Gastgewerbe. Am stärksten wuchs die Zeitarbeit (plus 8,3 Prozent im Vergleich zu November 2010). Einen Abbau von Beschäftigung erlebt weiterhin der Finanz- und Versicherungsbereich.

Auch bei den jungen Menschen unter 25 Jahren hat sich der allgemeine Trend gezeigt. Insgesamt waren im Januar 17 705 junge Frauen und Männer unter 25 Jahren arbeitslos, das sind 2 458 mehr (plus 16,1 Prozent) als im Dezember 2011 und 2 853 weniger als noch vor einem Jahr (minus 13,9 Prozent). Die Quote liegt bei 2,6 Prozent (Dezember 2011: 2,3 Prozent). Vor einem Jahr betrug sie 3,0 Prozent. Baden-Württemberg hat weiterhin die geringste Jugendarbeits­losigkeit unter den deutschen Ländern. In Baden-Württemberg haben die jungen Menschen die besten Chancen auf eine Ausbildung und einen Arbeitsplatz.

Der Winter dämpft traditionell den Arbeitsmarkt im Südwesten. Betrachtet man allerdings die saisonbereinigten Dezember- und Januarzahlen, dann ist die Arbeitslosigkeit nach Aussage von Arbeitsmarktexperten im vergangenen Monat weiter leicht zurückgegangen.

Im Januar gehörten der steuerfinanzierten Grundsicherung 57,2 Prozent aller Arbeitslosen an. Die Arbeitslosigkeit ist in diesem Bereich im Vergleich zum Vormonat um 5.831 (plus 4,7 Prozent) auf 130.454 Personen gestiegen. Im Vorjahresvergleich nahm sie um 15.194 Menschen ab (minus 10,4 Prozent). In der beitragsfinanzierten Arbeitslosenversicherung gab es gegenüber Dezember eine Zunahme um 15.026 Personen (plus 18,2 Prozent), gegenüber Januar 2011 sind 17.880 (minus 15,5 Prozent) Menschen weniger arbeitslos. Der Versicherung gehören aktuell 97.566 Frauen und Männer an.

Die Zahlen machen deutlich, dass sich die Entwicklungen in der steuerfinanzierten Grundsicherung und der beitragsfinanzierten Arbeitslosenversicherung angleichen, zwischenzeitlich also insbesondere auch Langzeitarbeitslose von der positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt profi­tieren. Gleichzeitig ist zu konstatieren, dass die Zeit- und Leiharbeit sich zwar nach wie vor dynamisch entwickelt (im 1. Halbjahr 2011 standen 580.000 neu abgeschlossenen Zeitarbeitsverhältnisse 569.000 beendete Beschäftigungsverhältnisse gegenüber), bislang aber lediglich 3 rund Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse ausmacht. Auch wenn im Juni 2011 mit 910.000 Arbeitsplätzen erstmals die 900.000er-Marke durchbrochen wurde, besteht insoweit aktuell wenig Anlass zur Sorge.

Vor diesem Hintergrund wird ganz besonders darauf zu achten sein, dass das Landesarbeitsmarktprogramm der neuen Landesregierung sachgerecht umgesetzt wird. Es darf nicht die Klientel ansprechen, die im wirtschaftlichen Aufschwung auch von den Job-Centern gut versorgt werden kann, sondern muss sich vor allem dem harten Kern der so genannten Sockelarbeits­losen mit multiplen Vermittlungshemmnissen zuwenden. Darüber hinaus muss sichergestellt sein, dass durch die neue Förderung keine reguläre Beschäftigung verdrängt wird. Angesichts der schwierigen Abwägungsentscheidungen, die in diesem Zusammenhang zu treffen sind, plädiert die CDU-Landtagsfraktion dafür, dass das Landesparlament durch die Einrichtung eines politischen Beirats an der Umsetzung des Landesarbeitsmarktprogramms beteiligt wird.