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13. Januar 2016

Wie sichern wir die ärztliche Versorgung und die Pflegeversorgung im ländlichen Raum?

Vor-Ort-Aktion der Arbeitskreise Sozialpolitik, Integration, Recht und Verfassung so-wie Wissenschaft, Forschung und Kunst in Bonndorf

Die Abgeordneten diskutierten mit Frau Carola Morath, Bezirksvorsitzende Landfrauen, Herr Dr. Winfried Grohmann, Allgemeinmediziner und Notarzt, Herr Rolf Steinegger, Vorstand Caritasverband Hochrhein und den anwesenden Bürgerinnen und Bürgern über die vorhandenen Herausforderungen im medizinischen und pflegerischen Bereich.

Zum Auftakt der Veranstaltung stellte der Vorsitzende  des Arbeitskreises Sozialpolitik Stefan Teufel MdL das aktuelle Eckpunktepapier „Gesundheit 2.0“ vor. Dieses enthält Positionierungen und Zielsetzungen der CDU-Landtagsfraktion zu wichtigen Bereichen der Gesundheitspolitik und soll auch als Grundlage für den Austausch mit den Akteuren des Gesundheitswesens dienen. Im Anschluss daran stellten die Referenten die aus ihrer Sicht dringlichsten Problemstellungen dar.

Im Rahmen der sich anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass insbesondere der drohende Ärztemangel die Menschen bewegt und dringend Lösungskonzepte entwickelt werden müssen. Die Ärzte in der Region werden immer älter und es finden sich keine Nachfolger. Auch in den Krankenhäusern gibt es viele offene Stellen. Das von der CDU-Fraktion angekündigte Stipendium kann an dieser Stelle sicherlich einen wichtigen Beitrag leisten, es bedarf aber noch weiterer Maßnahmen. Aufgrund der räumlichen Nähe zu der Schweiz ist die Situation in der Region besonders angespannt, da Ärzte und Pflegepersonal wegen der besseren Bezahlung in die Schweiz abwandern.  Es müssen daher dringend Wege gefunden werden, um mehr Ärzte für eine Tätigkeit im ländlichen Raum zu begeistern und diese auch vor Ort zu halten. Es bestand Einigkeit, dass dies nur gelingt, wenn neben der Bezahlung auch die sonstige Rahmenbedingungen wie flexible Arbeitszeiten, Kinderbetreuung, schulische Angebote, Infrastruktur etc. stimmen.  

Die Beiträge der Referenten sowie der anwesenden Gäste zeigten darüber hinaus, dass diese Anforderungen neben dem medizinischen Bereich auch für den pflegerischen Bereich gelten. Gerade auch die finanzielle Situation der ambulanten Pflegedienste ist mehr als angespannt, da Tarifsteigerungen nicht im notwendigen Umfang ausgeglichen werden. Auch der stationäre Bereich steht in Anbetracht der steigenden Zahlen an Menschen mit Pflegebedarf  und dem dadurch auch steigenden Bedarf an Pflegeheimplätzen vor großen Hausforderungen. Mit der von der CDU-Fraktion angestoßenen Enquetekommission Pflege wurde hier ein wichtiger Schritt getan, um Baden-Württemberg auf die kommende Aufgabe vorzubereiten.

Angesprochen wurden in auch die Schwierigkeiten im Bereich der Rettungsdienste und des Ehrenamts. Der Mangel an Notärzten erschwert es zunehmend die vorgegebenen Fristen einzuhalten und auch die ehrenamtlich Tätigen haben das Ende ihrer Kapazität fast erreicht. Hier müsse zwingend etwas getan werden, da diese Strukturen sonst auf Dauer nicht erhalten werden können.

Der AK-Vorsitzende Stefan Teufel MdL betonte zum Abschluss der Veranstaltung, dass die CDU-Fraktion die vorgebrachten Anliegen ernst nehme und er diesbezüglich schon im Dialog mit allen betroffenen Akteuren sowohl auf Bundesebene als auch auf Landesebne stehe. Für die CDU-Landtagsfraktion sei es ein zentrales Anliegen eine gute medizinische und pflegerische Versorgung, gerade auch im ländlichen Raum, dauerhaft sicherzustellen. Hierfür werde man sich aktiv und auf allen Ebenen einsetzen.