Meldungen

11. Februar 2016

„Wunsch nach G9 darf nicht länger überhört werden!“

Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion Guido Wolf MdL

„Die grün-rote Landesregierung darf nicht länger den Wunsch nach G9 überhören. Wir müssen erkennen, dass G8 trotz aller Nachbesserungen auch nach mehr als 10 Jahren nicht die breite Akzeptanz bei den Eltern findet. Hinzu kommt, dass sich die Rahmenbedingungen seit der Einführung 2004 grundlegend verändert haben: Wegfall des Wehrdiensts sowie die Kritik aus Wirtschaft und Hochschulen an der mangelnden Reife der Abiturienten. Diese Kritik müssen wir ernst nehmen. Ein weiteres Rettungspaket G8 löst das Problem nicht“, sagte der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Guido Wolf MdL, am Donnerstag (11. Februar).

„Wir wollen mit dem G8/G9-Wahlmodell jedem Gymnasium die Möglichkeit geben vor Ort selbst zu entscheiden, ob es G8, G9 oder eine Kombination aus beiden anbieten will. Schülerinnen und Schüler erhalten so mehr Zeit, die sie zum schulischen und außerschulischen Lernen sowie für die Familie und Freunde – also für ihre persönliche Entwicklung – gut gebrauchen können“, erklärte Wolf.

„Von Grün-Rot gibt es bislang keine Aussagen zur Zukunft des Modellversuchs G9 an 44 Standorten im Land. Soll dieser stillschweigend nach der Landtagswahl auslaufen damit diese Kinder künftig den neunjährigen Weg über die Gemeinschaftsschule wählen?“, fragte Wolf.

dpa-Meldung vom 11. Februar 2016 

Stuttgart (dpa/lsw) - Der Gymnasiallehrerverband fürchtet, dass das
Konzept «Gymnasium 2020» des Kultusministeriums zu einem
Qualitätsverlust führt. Zwar seien die zusätzlichen 111 Lehrerstellen
für die zehnten Klassen des achtjährigen Gymnasiums (G8) zu begrüßen,
betonte der Philologenverband (PhV) am Donnerstag in Stuttgart. Aber
die obligatorische unterschiedliche Förderung innerhalb der Klasse
sowie der zeitweilig räumlich getrennte Unterricht begrenze den Raum
des für alle verpflichtenden Unterrichtsstoffs zu sehr. Dies berge
die Gefahr einer allgemeinen Niveauabsenkung.

Das weder mit den betroffenen Verbänden, noch mit den
Personalvertretungen diskutierte Konzept biete nicht mehr zusätzliche
Zeit für Wiederholen und Vertiefen in G8. «Auch das Problem der
mangelnden Reife wird nicht gelöst», hieß es in der Mitteilung
weiter. Die grundsätzlichen Probleme des G8 würden nicht gelöst,
resümierte der Verband.

Deshalb mache «Gymnasium 2020» auch nicht die Forderung nach
flächendeckender Wiedereinführung des neunjährigen Gymnasiums
hinfällig. Diese werde nicht nur vom PhV, sondern auch von vielen
Schülern und einer «übergroßen Mehrheit» der Eltern gewünscht.
Derzeit gibt es 44 neunjährige Gymnasien als Schulversuch im
Südwesten.