Pressemitteilung

23. Dezember 2015

PM 210/2015 Landesregierung zerstört traditionelle Form der Landwirtschaft

Agrarpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Karl Rombach MdL:

Die Landesregierung hat der Fortführung der Egartenwirtschaft, einer traditionellen Form der Landwirtschaft, nun einen schweren Schlag versetzt.

Die Egartenwirtschaft ist eine traditionelle Form der Wechselwirtschaft, die heute im Schwarzwald noch präsent ist, vor allem im Schwarzwald-Baar-Kreis. Landwirtschaft war früher im Schwarzwald viel weiter verbreitet als heute. Die Schwarzwaldhöfe mussten ihre Familien und ihre Angestellten und auch das eigene Borsten- und Federvieh mit Getreide und anderen Ackerfrüchten versorgen. Da die flachgründigen kargen Böden beim Ackerbau einfach schnell erschöpft waren, gelangen vernünftige Ernten am Besten im Wechsel mit Grünland. Hiervon zeugen heute noch alte Pflüge, deren breite wie für den Grünlandumbruch bestimmt waren.

In nur noch wenigen Betrieben des Schwarzwaldes hat die traditionelle Form der Wechselwirtschaft auf nur noch wenigen Flächen überlebt. Die Technisierung und die Liberalisierung der Märkte haben den Ackerbau und somit auch die Egartenwirtschaft aus weiten Landstrichen des Schwarzwaldes verdrängt. Zunehmende bürokratische Hürden für Ausnahmen von gesamtbetrieblichen Grünlandumwandlungsverboten haben viele Bewirtschafter mürbe gemacht.

„Den letzten verbliebenen Landwirten mit Egartenwirtschaft droht nun neues Ungemach“, sagte Rombach.

„Der ohnehin völlig überzogene Wiesenschutz in Baden-Württemberg findet im deutschen Prämienrecht eine weitere Steigerung. Die letzten 8 ha traditionelle Egartnutzung, die vor allem im Schwarzwald-Baar-Kreis liegen, sind nun von der Ausrottung betroffen“, so Rombach. Es handele sich hierbei nicht einmal um  vom Naturschutz eigentlich ‚gemeinte Flächen‘ sondern um ganz normale Wiesen oder Weiden. Man bekomme zu spüren, wenn Baden-Württemberg den von der EU gewünschten strikten Grünlandschutz überzogen strikt umsetze.

„Nicht einmal im kleinen Flächenumfang sieht das Land eine Möglichkeit für eine ausnahmsweise Fortsetzung der traditionellen Wechselwirtschaft. Alle Zusagen der politischen Verantwortlichen sind Makulatur. Kann das im Hinblick auf die völlig verkorkste baden-württembergische Umsetzung des entsprechenden EU-Rechts mit Obrigkeitsinstrumenten noch irgendjemanden erschüttern? Die Gängelung der Berufsgruppe, die einen einzigartigen Lebensraumtyp durch die Wechselwirtschaft erschaffen und erhalten hat, scheint keine Grenzen und keinen Pardon zu kennen“, so Rombach.