Meldungen

29.06.2018

Austausch mit Landrat Bär und Justizminister Wolf zum Thema E-Health in Tuttlingen

Zu einem Austausch über die Potenziale der Telemedizin zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum ist der Stellvertretende Vorsitzende und Gesundheitspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Stefan Teufel MdL mit dem Landrat des Landkreises Tuttlingen, Stefan Bär und Justizminister Guido Wolf MdL in Tuttlingen zusammen gekommen.

Gemeinsam mit Vertretern des Gesundheitsamtes berichtete Landrat Bär zunächst über das Modellprojekt docdirect der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg, das in Stuttgart und Tuttlingen durchgeführt wird. Dabei handelt es sich um das bundesweit erste Telemedizinprojekt, in dem Patienten abweichend vom so genannten Fernbehandlungsverbot per Telefon, Videotelefonie oder Chat kompetente medizinische Beratung von niedergelassenen Fach- und Hausärzten bekommen können.

Zudem informierte Landrat Bär darüber, dass der Landkreis Tuttlingen in einem Konsortium mit weiteren Landkreisen beim Landeswettbewerb „Digitale Zukunftskommunen@bw“, der vom Innenministerium ausgeschrieben wurde, erfolgreich gewesen sei. Jeder der beteiligten Landkreise wird einen Baustein auf dem Weg ins digitale Zeitalter gezielt voran bringen. Tuttlingen wird sich dabei auf das Themenfeld E-Health im ländlichen Raum fokussieren. Ziel ist es, durch die Kombination telemedizinischer Technologien und Prozesse die ärztliche Versorgung in Pflege- und Betreuungsreinrichtungen sowie die medizinische Begleitung von chronisch kranken Patienten in ihrer häuslichen Umgebung zu optimieren. Konkret sind folgende Maßnahmen geplant:

  • Virtuelle Arztvisiten

  • Tele-Monitoring bei chronisch Kranken und Pflegebedürftigen

  • zielgruppenspezifische Entwicklung/Anpassung von technologischen Produkten

  • Videokonferenzen/Konsile zwischen Hausärzten, Fachärzten und Krankenhäusern

Stefan Teufel begrüßte das außerordentlich große Engagement des Landkreises Tuttlingen im Bereich der Telemedizin. Nach Überzeugung der CDU-Landtagsfraktion seien digitale Angebote und Lösungen ein zentraler Baustein, um auch zukünftig flächendeckend in allen Regionen des Landes eine qualitativ hochwertige medizinische Versorgung sicherstellen zu können. Dabei unterstütze die CDU-Landtagsfraktion die Akteure vor Ort nach Kräften. So habe sie von Anfang an die Pläne der Landesärztekammer zur partiellen Aufhebung des Fernbehandlungsverbots unterstützt. Zudem gehe das Landarztprogramm, das bereits seit 2008 läuft, auf eine Initiative der damaligen CDU-Gesundheitsministerin zurück. Darüber hinaus sei das im Frühjahr gestartete Stipendienprogramm zur Gewinnung Medizinstudierender für den unterversorgten ländlichen Raum maßgeblich einem entsprechenden Vorstoß der CDU-Landtagsfraktion geschuldet. Weitere Schritte müssten folgen. So trete die Fraktion auch für eine Erhöhung der Medizinstudienplätze im Land um zehn Prozent sowie die Einführung einer Landarztquote bei der Zulassung zum Medizinstudium ein. Der künftige Landarzt sei mobil und digital. Das Engagement des Landkreises Tuttlingen mit seiner langen telemedizinischen Tradition verschaffe der Region einen unschätzbaren Wettbewerbsvorteil bei der Gewinnung dieser Mediziner.