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Der Arbeitskreis Umwelt, Klima und Energiewirtschaft hat Maike Schmidt (Dritte von rechts) vom ZSW zu Gast.
05.12.2018

Das Erreichen der Klimaschutzziele: ein hartes Stück Arbeit

Am Donnerstag (22. November) empfing der Arbeitskreis Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Maike Schmidt vom Stuttgarter Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW), um über die Herausforderungen beim Klimaschutz zu sprechen.

Der Arbeitskreisvorsitzende Paul Nemeth MdL dankte Maike Schmidt, Leiterin der Systemanalyse des Stuttgarter Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW), für ihre Bereitschaft zum Austausch. Er bemerkte, das ZSW leiste seit vielen Jahren einen wesentlichen Beitrag zur Fortschreibung des Klimaschutzgesetzes und des Integrierten Energie- und Klimaschutzkonzepts in Baden-Württemberg. Frau Schmidt stellte die Studie des ZSW zu den Energie- und Klimaschutzzielen 2030 mit den einzelnen Sektorzielen (Strom, Wärme, Verkehr) vor und berichtete über die Entwicklungen auch im Bund und in der Europäischen Union dazu.

Für die Zeitspanne 2014 bis 2030 habe im Bereich der Energiewirtschaft der Bund mit 50 Prozent den größten Block bezüglich seiner Einsparziele, der baden-württembergische Pfad liege bei 26 Prozent. Dies sei ein Bereich, der vom Land schwer zu beeinflussen sei, da der Großteil dem europäischen Emissionshandel (ETS) unterliege. Im Bereich der Industrie habe der Bund 22 Prozent, das Land 36 Prozent angestrebt. Im Bereich Verkehr liege das Ziel beim Bund bei 40 Prozent, das Land strebe 34 Prozent an. Im Gebäudebereich sei der Bund bei 43 Prozent, das Land bei 37 Prozent. In der Landwirtschaft seien das Bundesziel 17 Prozent, im Land seien es 28 Prozent.

In der EU liege das Gesamteinsparziel im ETS-Bereich bei 43 Prozent zwischen 2005 und 2030, in dem Bereich, der nicht dem Emissionshandel unterliegt, bei 38 Prozent. In diesem Bereich dominierten die Sektoren Gebäude und Verkehr. Dass die Ziele des Bundes im Klimaschutzplan in diesem Bereich liegen würden, würde bedeuten, dass der Bund den Plan einhalten müsse, um seine Ziele gegenüber der EU zu erreichen. Eine Zielverfehlung seitens des Bundes könnte groben Schätzungen zufolge Kosten in Höhe von 30 bis 60 Mrd. Euro für diesen zur Folge haben.

Von den Sektoren her gesehen sei der Wärmebereich am stärksten vom Land beeinflussbar. Im Bereich Verkehr seien Teilbereiche, wie der Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs, beeinflussbar. Im Stromsektor sei es dagegen lediglich möglich, Randbedingungen zu schaffen. Hier sei es am Bund, im Bereich des EEG den Ausbau der erneuerbaren Energien voranzutreiben.

Interessant war der Hinweis, dass das Land die Ziele 2050 ohne synthetische Kraftstoffe und synthetische Gase nicht erreichen können werde. Für die Herstellung dieser Kraftstoffe müssten rechtzeitig Partnerländer gewonnen werden. Der Arbeitskreis Umwelt, Klima und Energiewirtschaft bedankt sich herzlich bei Frau Schmidt für ihren wertvollen Vortrag!