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24.04.2018

Dialogforum Heimat.Land. der CDU-Landtagsfraktion

Von wegen suspekt und verstaubt: "Heimat" im Fokus einer spannenden Diskussionsrunde

Wie sehr es sich lohnt, sich im Trubel des Alltagsgeschäfts eine kurze Auszeit zu nehmen und sich mit den Werten zu beschäftigen, die unsere Gesellschaft zusammenhalten, zeigte sich diese Woche im Haus der Geschichte.

Die CDU- Landtagsfraktion hatte zum Dialogforum "Heimat.Land" eingeladen - und ihr Vorsitzender Professor Dr. Wolfgang Reinhart konnte in Stuttgart eine breitgefächerte Gästeschar aus ganz Baden-Württemberg und darüberhinaus begrüßen.

Welche Verantwortung die CDU-Fraktion dafür empfindet, dass Baden-Württemberg seinen Bürgerinnen und Bürgern eine gute Heimat ist, legte Fraktionschef Reinhart zum Auftakt dar: "Nur wer weiß, wo er herkommt, findet auch Richtung und Orientierung."

Mit diesem Bewusstsein habe die CDU beim Umgang mit dem Begriff "Heimat" auch dann Haltung gezeigt, als dieser vor einiger Zeit eher als "verstaubt und politisch suspekt" galt. Aus dieser klaren Haltung resultiere auch das "Recht auf Heimat", das in der baden-württembergischen Verfassung fest verankert sei.

Mit großer Freude hieß Wolfgang Reinhart deshalb neben dem stellvertretenden Ministerpräsidenten  Baden-Württembergs und Landesbeauftragten für die Vertriebenen, Thomas Strobl, auch den Präsidenten des Bundes der Vertriebenen (BdV), Dr. Bernd Fabritius, sowie die zahlreichen Vertreter der Vertriebenenverbände und Landsmannschaften bei der Veranstaltung willkommen. Gerade heute, in der Zeit von Globalisierung, Migration und Pluralisierung, erhalte "die Suche nach Identität und Zuordnung eine dringende Aktualität" unterstrich der Fraktionsvorsitzende die Bedeutung der anschließenden Podiumsdiskussion zum Thema "Heimat.Land".

 

Thomas Strobl erinnerte daran, dass die aus den damaligen Ost-Provinzen Geflüchteten am wirtschaftlichen Aufbruch Deutschlands in der Nachkriegszeit und am heutigen Wohlstand großen Anteil hätten.

BdV-Präsident Fabritius rief die Zeit der Flucht nach 1945 in Erinnerung und beschrieb eindrucksvoll die Geschichte der Heimatvertriebenen und Spätaussiedler in Baden-Württemberg, die er als "Vorbild für Europa" bezeichnete. 12 Millionen Menschen seien nach Ende des Zweiten Weltkrieges auf der Flucht gewesen, im Südwesten hätten Tausende eine neue Heimat bekommen. In vielen ländlichen Regionen auch im Südwesten habe sich die Bevölkerung damals verdoppelt. Für die Aufnahme seien die damals Geflüchteten dankbar.

Einfühlsam moderierte der CDU-Landtagsabgeordnete, Sprecher für Heimat und Vertriebene und Initiator der Diskussionsrunde, Raimund Haser, die vielschichtige Diskussion. Auf dem Podium erläuterten außerdem die Staatssekretärin im Landwirtschaftsministerium, Friedlinde Gurr-Hirsch MdL, und der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Thomas Blenke Ihr Verständnis von Heimat und ihren damit verbundenen politischen Ziele.

In seinem Schlusswort erzählte Raimund Haser berührend von der Flucht seiner eigenen Familie nach dem zweiten Weltkrieg über Österreich in den Südwesten Deutschlands -und darüber, warum er nicht zuletzt deshalb auch in der CDU seine politische Heimat fand.

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