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v. l. n. r.: Fraktionsvorsitzender Prof. Dr. Wolfgang Reinhart MdL, Wissenschaftlicher Direktor am Institute for Advanced Sustainability Studies Professor Dr. Ortwin Renn, Vorsitzender des Arbeitskreises Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Paul Nemeth MdL, Vorsitzender des NABU-Landesverbands Baden-Württemberg Johannes Enssle, Vorsitzender des Arbeitskreises Ländlicher Raum und Verbraucherschutz Dr. Patrick Rapp MdL, Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Peter Hauk MdL.
08.05.2018

Dialogforum "Nachhaltig Gut"

Das Dialogforum zum Thema Umwelt- und Klimaschutz der CDU-Landtagsfraktion zeigte, dass Politik, Wissenschaft und Gesellschaft nur gemeinsam gesetzte Ziele erreichen können!

Zu der Veranstaltung im Landtag konnte der Vorsitzende der CDU-Fraktion, Professor Dr. Wolfgang Reinhart, mit Professor Dr. Ortwin Renn einen der renommiertesten Klimaschutz-Experten Europas begrüßen.

Reinhart verwies einführend darauf, dass die Definition von Nachhaltigkeit auch immer Wertungsfragen beinhalte, die Zielkonflikte mit sich bringen würden. Oft würden bequeme, aber inkonsequente Nachhaltigkeitsziele verfolgt, die sich widersprechen. "Echte Nachhaltigkeit verträgt aber keine Oberflächlichkeit", mahnte der Fraktionsvorsitzende. Den Landtagsabgeordneten Paul Nemeth und Dr. Patrick Rapp dankte er für das große Engagment für das Thema und auch das Dialogforum.

Ortwin Renn, heute wissenschaftlicher  Direktor des Instituts für Nachhaltigkeitsstudien in Potsdam, kehrte als Vortragender quasi an eine alte Wirkungsstätte zurück, da er u.a. lange an der Universität Stuttgart gelehrt hat.

Mit der Globalisierung, der Digitalisierung und der Ökologisierung nannte Renn drei große Transformationsprozesse, denen wir ausgesetzt sind.

Die Reaktion auf die Globalisierung sei eine Renaissance des Nationalen, beschrieb der Wissenschaftler die Situation. Die Digitalisierung setze uns bei allen Chancen auch großen Risiken aus. Bei der Ökologisierung sei es wichtig, dass wir Menschen als Mitbestalter der großen geozyklischen Kreisläufe unsere Gestaltungsräume nutzten und uns nicht von Entwicklungen überraschen lassen. Diese Punkte schafften eine neue Verantwortungsgemeinschaft, um für alle auf Dauer humane Lebensbedingungen erhalten zu können. Dazu gehörten die Ökologie, eine funktionierende Wirtschaft und ein soziales Zusammenleben.  

Die Probleme seien global und es sei erforderlich, über den lokalen Horizont hinaus zu denken, erläuterte Renn. Umweltrisiken seien so sehr komplex, dass es schwer sei, Ursachen und Wirkungsketten sicher darzustellen. Die Menschen seien verunsichert und würden sich auf die Extreme beziehen. Ein wesentliches Element sei, dass die Risiken nicht linear verlaufen würden. Normalerweise lernten die Menschen über Ursachen und ihre Wirkungen. Die Veränderungen seien aber so selten, dass es diesen Lerneffekt hier nicht geben würde. Die Veränderungen seien dann aber so dramatisch, dass es zu spät sei, rechtzeitig zu handeln. Einen "Umkippeffekt" nannte er das. Der Mensch müsse also etwas tun, obwohl aus seiner Sicht noch gar nichts passiert sei. Wem er glauben könne, wisse er nicht mehr. Dieses vagabundierende Vertrauen und die Verunsicherung spüre auch die Politik, typischerweise durch den Verlust von Stammwählern.

Wie gehen wir damit um, lautete seine zentrale Frage. Er plädierte für eine bessere Kommunikation über Umwelt und Wissenschaft ohne Polarisierung. Der Wissenschaftler forderte in dem Zusammenhang neben dem entschlossenen Engagement der Politiker auch eine Kultur der Bürgerbeteiligung weg vom Stammtisch, hin zum Runden Tisch. 

Die anschließend von Paul Nemeth MdL moderierte Diskussionsrunde mit  Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU), Dr. Patrick Rapp MdL, dem Vorsitzenden des NABU-Landesverbands Baden-Württemberg, Johannes Enssle  und Professor Renn selbst griff diese Themen auf. Nicht zuletzt die Aufgabe, jeden einzelnen Verbraucher für das Thema Nachhaltigkeit zu gewinnen, nahmen die Zuhörer am Ende mit nach Hause.

In seinem Schlusswort dankte Nemeth allen Beteiligten für ihr leidenschaftliches Mittun an diesem Abend. Das Thema sei immer ein wichtiges und zentrales Thema der CDU gewesen und zusammen mit den Vertretern der Wissenschaft und den Menschen im Lande werde sie sich weiter mit voller Kraft dafür einsetzen.