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26.07.2018

Gespräch zur ärztlichen Versorgung im Land

Im Gespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW), Dr. Norbert Metke, und dem stellvertretenden KVBW-Vorsitzenden, Dr. Johannes Fechner, hat der Stellvertretende Vorsitzende und Gesundheitspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Stefan Teufel MdL, die Situation der ärztlichen Versorgung im Land diskutiert.

„Die CDU ist die Partei des ländlichen Raums. Wir stehen für gleichwertige Lebensverhältnisse im ganzen Land. Deshalb ist es uns wichtig, die Weichen so zu stellen, dass auch zukünftig alle Baden-Württembergerinnen und Baden-Württemberger eine gute und verlässliche medizinische Versorgung vorfinden. Dafür bedarf es gemeinsamer Anstrengungen von Politik, Ärzten, Krankenkassen und Kommunen“, so der Sozialpolitiker.

„Der neue Landarzt ist digital und mobil. Deshalb ist es wichtig, dass wir bereits im Medizinstudium, aber auch in der Ausbildung der Fachkräfte in der Arztpraxis die Möglichkeiten der neuen Technologien berücksichtigen“, so Teufel weiter.

Zudem sei es wichtig, wirksame Anreize für die ärztliche Tätigkeit im ländlichen Raum zu setzen. Hier habe man mit der Einführung des Stipendienprogramms für junge Medizinerinnen und Mediziner, die sich verpflichten, im Anschluss an ihr Studium in einem unterversorgten Gebiet tätig zu werden, einen ersten Schritt zur Ergänzung des seit langem etablierten Landärzteprogramms getan habe. Es müssten aber weitere Schritte folgen.

So fordere die CDU-Landtagsfraktion konkret:

  • 150 zusätzliche Medizinstudienplätze im Land,

  • eine Landarztquote von bis zu zehn Prozent bei der Vergabe von Medizinstudienplätzen,

  • eine Diskussion über die allgemeine Zugangsvoraussetzungen zum Medizinstudium,

  • gezielte Sicherstellungszuschläge für Landarztpraxen sowie

  • eine zukunftsgerichtete Weiterentwicklung des seinerzeit von der CDU-geführten Landesregierung eingeführten Landärzteprogramms

Weiter wurde die Einführung eines verpflichtenden gesellschaftlichen Dienstjahres für alle jungen Männer und Frauen“ diskutiert, um einerseits die heute in einem sozialen oder pflegerischen Beruf tätigen Menschen zu unterstützen und andererseits wieder mehr junge Leute an einen sozialen oder pflegerischen Beruf heran zu führen. Die KVBW zeigte sich diesen Überlegungen gegenüber aufgeschlossen.

Die KVBW beschrieb die Situation, dass es insbesondere für Hausärzte im ländlichen Raum immer schwieriger werde, Praxisnachfolger zu finden. Wo daraus Versorgungslücken entstehen, wolle die KV in Umsetzung ihres Sicherstellungsauftrags Eigeneinrichtungen mit angestellten Ärzten betreiben. Um dies rechtssicher machen zu können, seien bundesgesetzliche Änderungen erforderlich. Teufel sagte hierfür seine Unterstützung zu.

„Die Gesundheitsversorgung ist ein zentraler Bestandteil der Daseinsvorsorge. Wir müssen auch weiterhin gemeinsam aktiv sein und nach innovativen Möglichkeiten suchen, um unserem Ziel der wertgleichen Lebensverhältnisse in Stadt und Land gerecht zu werden. Dazu gehört auch der zügige Ausbau telemedizinscher Behandlungsangebote“, so Teufel abschließend.