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13.10.2017

PM 141/2017 Wir brauchen jetzt die Stärkung der Qualität von Schule und Unterricht in allen Schularten

Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion Prof. Dr. Wolfgang Reinhart MdL und der bildungspolitische Sprecher Karl-Wilhelm Röhm MdL erklärten heute (13. Oktober) zu den Ergebnissen des IQB-Bildungstrends:

„Das Ergebnis des IQB-Bildungstrends ist verheerend. Die Studie zeigt deutlich: Wir haben ein massives Qualitätsproblem im Bildungssystem. Die Versäumnisse der Vergangenheit in den Jahren 2011 bis 2016 werden schonungslos aufgedeckt.

Die CDU-Fraktion sieht sich jetzt umso mehr in ihrem zentralen bildungspolitischen Ziel  bestärkt: Die Stärkung der Qualität von Schule und Unterricht in allen Schularten. Wir wollen den Fokus wieder auf Leistung und Lernerfolg, Fachlichkeit und Verbindlichkeit legen. Schnellschüsse, wie die bloße, reflexartige Forderung nach mehr Geld sind zu kurz gegriffen. Mit den Ergebnissen der Leistungsvergleichsstudien werden wir uns  jetzt intensiv mit Experten befassen. Wir haben aber schon in den zurückliegenden Monaten erste wichtige Weichen gestellt: Im Vergleich zum Schuljahr 2015/16 werden die Kinder in den Grundschulen künftig 8 Stunden mehr Lesen, Schreiben, Rechnen lernen. Wir stärken die Kernfächer und die Lehrer.

Zur Stärkung der Basiskompetenzen Lesen, Rechnen und Schreiben erhalten die Grundschulen im Vergleich zum Schuljahr 2015/16 aufwachsend 4 zusätzliche Kontingenzstunden und mit dem Beschluss, die Fremdsprache erst mit Fachunterricht ab Klasse 3 zu beginnen, weitere vier Poolstunden. Das sind insgesamt acht Stunden mehr Lernzeit für Deutsch und Mathematik. Das ist der richtige Weg! Die Abschaffung der verbindlichen Grundschulempfehlung hat Grundschülern teilweise ihrer Leistungsmotivation genommen und die Lehrer haben ihrer Erstverantwortung für den weiteren Werdegang ihrer Schüler verloren. Auch hier haben wir gegengesteuert und durch die stärkere Gewichtung der Grundschulempfehlung wieder den Wert des Lernens gesteigert.

Die Ergebnisse des IQB Bildungstrends zeigen weiter, dass es an einer nachhaltigen Antwort auf die zunehmende Heterogenität der Schülerschaft fehlt, um eine gelingende Kompetenzvermittlung für alle Schüler zu sichern. Falsch verstandene Heterogenität darf nicht zu einem Verlust an Unterrichtsqualität führen. Für die CDU-Fraktion steht die leistungs- und begabungsdifferenzierte Lernvermittlung im Fokus, danach erst kommt die binnendifferenzierte Lernförderung. Die CDU-Fraktion plädiert dafür, im Rahmen eines strategisch und dialogisch angelegten Bildungsmonitorings den Leistungsstand von Schulen und Schülern regelmäßig und flächendeckend zu evaluieren, zum Beispiel mit zentralen Klassenarbeiten, beginnend in der Grundschule in den Klassen 2 und 4.

Die Lehreraus- und -fortbildung müssen auf ihre Inhalte geprüft, miteinander verzahnt und insgesamt gestärkt werden. Von Fortbildung muss ein konkreter Mehrwert für den Lernerfolg der Schüler ausgehen. Für die CDU-Fraktion ist der Lehrer weit mehr, als nur ein Lernbegleiter. Auf den Lehrer kommt es an! Neben dem Lehrerkollegium ist die Rolle des Schulleiters von Bedeutung: Der Schwerpunkt seines Handelns soll künftig auf der Qualitätsentwicklung von Schule und Unterricht liegen.

Mit Blick auf die große Zuwanderung in den Jahren 2015 und 2016 nach Baden-Württemberg , die noch nicht Gegenstand der Ergebnisse des aktuellen IQB Bildungstrends ist, müssen wir uns ebenso fragen, ob die Qualifizierungsmaßnahmen angemessen und ausreichend sind. Mit Blick auf das Thema Inklusion muss evaluiert werden, welche Auswirkungen die gemeinsame Beschulung, insbesondere die von Schüler mit sozial-emotionalen Auffälligkeiten auf den Lernerfolg der Klasse hat.

Das CDU-geführte Kultusministerium gibt mit dem Qualitätskonzept und der Gründung zweier zentraler Institute eine wegweisende Antwort, die für eine ganzheitliche und nachhaltige Qualitätssteuerung steht. Qualitätsentwicklung ist im Kern Unterrichtsentwicklung und diese ist wiederum Ausdruck des Professionswissens von Lehrern und Schulleitern. Im Fokus steht für uns die Tiefenstruktur des Unterrichts."