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11.01.2018

PM 9/2018 Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest und Prävention

Vorsitzender des Arbeitskreises Ländlicher Raum und Verbraucherschutz Dr. Patrick Rapp MdL und jagdpolitischer Sprecher Manuel Hagel MdL sagten heute (11. Januar):

"Es zeichnet sich immer konkreter ab, dass die Afrikanische Schweinepest in naher Zukunft auch Deutschland erreichen wird. Bei einem Ausbruch der Krankheit ist mit erheblichen Nachteilen sowohl für die landwirtschaftlichen Betriebe als auch für die Wirtschaft insgesamt zu rechnen, da nicht nur die Wildschwein- sondern die gesamte Schweinepopulation im Land gefährdet ist und damit auch die Existenz vieler bäuerlicher Familienbetriebe. Zwar ist die Afrikanische Schweinepest für Menschen nicht gefährlich, aber die erkrankten Tiere verenden qualvoll. Dies gilt es zu vermeiden. In Anbetracht der Gefahrenlage hat der AK Ländlicher Raum und Verbraucherschutz der CDU-Landtagsfraktion sich im Rahmen seiner Sitzung bei der Fraktionsklausur mit der Thematik befasst und sieht es, auch mit Blick auf das Tierwohl als dringend geboten an, zeitnah zu handeln und alle Möglichkeiten zur Bekämpfung der Seuche auszuschöpfen.


"Eine zu große Wildschweinpopulation, wie wir sie aktuell in Baden-Württemberg haben, führt zu einer raschen und nicht mehr kontrollierbaren Ausbreitung dieser Pesterkrankung. Die CDU-Fraktion fordert daher dringend Maßnahmen für eine schärfere Bejagung der Wildschweine, vor allem in den Regionen mit hoher Wildschweindichte. Überdies spricht sich die Fraktion auch für umfangreiche und rechtzeitige Sicherungsmaßnahmen für schweinehaltende Betriebe in Baden-Württemberg aus. Zu den Präventionsmöglichkeiten zählt weiter ein sorgsamer Umgang mit möglicherweise kontaminierten Lebensmitteln, da sich der Erreger darüber verbreiten kann. Zum Beispiel weggeworfene Lebensmittel, die von Wildschweinen gefressen werden. Auch der Einsatz von Fallen sollte geprüft werden. Wir erwarten daher, dass das Ministerium zeitnah alle in Frage kommenden Handlungsoptionen prüft und zeitnah einen Maßnahmenkatalog vorlegt. Dieser sollte eine Aussetzung der Schonzeiten (ganzjährige Bejagung) und die Aufhebung der Begrenzung der zulässigen Kirrungen (Anhebung der Kirrungen) beinhalten, um so eine effektive Schwarzwildbejagung zu ermöglichen."

Zusatzinformationen:
Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine anzeige- und bekämpfungspflichtige Tierseuche, die ursprünglich nur in Afrika vorkam. Die ASP ist eine Virusinfektion von der nur Haus- und Wildschweine betroffen sind. In der Regel verenden infizierte Tiere innerhalb weniger Tage. Die ASP ist nicht auf Menschen übertragbar. Gegen die ASP gibt es keinen Impfstoff. Experten des Friedrich-Loeffler-Instituts schätzen das Risiko des Eintrags von ASP nach Deutschland durch die mögliche illegale Verbringung und Entsorgung von kontaminierten Gegenständen und Erzeugnissen als hoch ein.