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19.01.2018

„Rückgang der Artenvielfalt: Gegenwärtig Tiere und Pflanzen – demnächst wir?“

Mit diesem aufrüttelnden und zugleich provokanten Titel war am 16. Januar 2018 der bundesweit bekannte Ornithologe Prof. Dr. Peter Berthold zu Gast in der Fraktionssitzung der CDU-Landtagsfraktion.

Der langjährige Leiter der Vogelwarte Radolfzell und Stiftungsratsmitglied der Heinz-Sielmann-Stiftung beeindruckte mit alarmierenden Zahlen zum Rückgang der Brutvögel um rund 80 Prozent seit dem Jahr 1800. Er beleuchtete die Ursachen, bei denen er insbesondere Habitatverschlechterungen und Nahrungsmangel für die wildlebenden Vögel herausstellte. Obgleich seit über 30 Jahren unzählige Schutzvorschriften eingeführt wurden, bezeichnete er den Schutz der Artenvielfalt in Deutschland noch immer als unzureichend. Interessant dabei waren auch seine Ausführungen zu den Zusammenhängen zwischen dem Verlust an Vögeln, die bislang als Schädlingsbekämpfer dienten und dem enormen Anstieg des Einsatzes von Insektiziden über die Jahre.

Seine Grundidee, Gelder aus der Politik weniger in separate Großschutzprojekte sondern gewinnbringend in der Fläche einzusetzen, fand dabei die Unterstützung der Fraktion. Ebenso wie seine Aussage, dass der Flächendruck, der bereits auf den landwirtschaftlichen Flächen liege, nicht noch weiter verschärft werden dürfe. Demgemäß stellte er den Fraktionsmitgliedern das von ihm ins Leben gerufene Projekt „Jeder Gemeinde ihr Biotop“ vor, wonach eine Vernetzung vorrangig auf Flächen erfolgen solle, die für die Landwirtschaft ungeeignet seien. Der Biotopverbund Bodensee, gefördert durch die Heinz-Sielmann-Stiftung war das erste Projekt dieser Art für eine gesamt Region im Land. Die CDU-Fraktion unterstützt dieses Konzept und hat es erreicht, dass im Rahmen des Sonderprogramms Biodiversität ein weiteres Pilotprojekt im Sinne des Biotopverbunds am Bodensee  in einer Region in Baden-Württemberg umgesetzt wird.